Die Kirche von Falkenrehde

 

Die Kirche ist das älteste kunsthistorische Gebäude von Falkenrehde. 
Eine Kirche wird erstmals 1381 erwähnt. Vermutlich stammen die Umfangsmauern des westlichen Teils der Kirche noch aus dem Mittelalter.
Die Kirche von Falkenrehde besitzt eine besondere geschichtliche Bedeutung denn Sie ist das älteste erhaltene Bauwerk in Falkenrehde und war in den letzten Jahrhunderten der Mittelpunkt des Dorfes und dessen geistigen Zentrum.
Ein wunderschönes Portal, dass vermutlich im mittleren 18.Jh.entstanden ist, lädt den Besucher zu einer Entdeckungstour rund um die Kirche ein.
In dem Portal befinden sich die Initialen von Ernst von Weiler, der als Generalmajor der Artillerie große Verdienste für das Land erwarb und dafür vom König in den Adelsstand erhoben  und mit einem Rittergut in Falkenrehde bedacht wurde. Nach und nach gehörte Ihm ganz Falkenrehde, dessen Wert um 1700 auf 21.000 Taler geschätzt wurde. Man sagt das der Ort in dieser Zeit wohlhabend war.
Zu einem durchgreifenden Umbau der Kirche kam es im 18.Jh. Damals soll das Schiff bedeutend nach Osten verlängert worden sein. Auf die barocke Erneuerung wird auch der Bau des Westturms zurückgeführt. Auch die bis heute bewahrte Dachkonstruktion dürfte darauf zurückgehen.
Eine enge Verknüpfung mit der Ortsgeschichte war auch dadurch gegeben, dass die Gutsbesitzer zugleich das Patronatsrecht über die Kirche besaßen und somit auch für den baulichen Erhalt der Kirche zu sorgen hatten. Ihre Position wird durch den Logenanbau deutlich.
Im Jahre 1910 wurde die Kirche noch einmal grundlegend verändert. Der Turm an der Westseite wurde abgetragen und etwas unüblich an der Ostseite neu errichtet. Im Kirchengebäude wurden umfassende Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Unter anderem wurde die schlichte Decke durch eine Holztonne (Bohlenkonstruktion) mit einer wunderschönen Bemalung ersetzt.
Die Deckenmalerei ist sehr wirkungsvoll gestaltet. Die Ausmalung wurde durch den Malermeister Wöhler-Dobrilugk hergestellt. 
Die Kirche bekam auch eine Orgel  von Alexander Schuke aus Potsdam, die der Amtsrat Max Mankiewicz (Amtspächter von Falkenrehde 1872-1915) zum Erneuerungsbau der Kirche stiftete.
Tischlerarbeiten, Emporen, Bänke, Stühle und Türen sind zum größten Teil vom hiesigen Tischlermeister Kessler auch beim Umbau 1910 angefertigt worden.
Altar und Patronatsloge sind reich mit barocken Holzschnitzereien ausgestattet. Die Schnitzereien in den Bögen der Loge und an der Holzwand  sind ein Geschenk (Baufond war erschöpft) vom Baumeister Witt an die Kirchengemeinde. Ihm lag sehr viel daran, etwas künstlerisch Schönes herzustellen. 
Nachdem 1909 durch einen Einbruch in der Kirche der Altarschmuck bestehend aus einem silbernen Leuchter und einem Kruzifix gestohlen wurde, welche übrigens der König Friedrich Wilhelm III der Kirche 1821 schenkte, übergab 1910 zur Einweihung Freiherr v. Seckendorf (Hofmarschall seiner Majestät) eine Stiftung seiner königlichen Hoheit Prinz Heinrich von Preußen: 2 Silberleuchter und 1 Kruzifix.
Ein freihängendes Taufgehänge  lag jahrhundertelang auf dem Kirchboden. Dieses schöne, aus einer Kunstschmiede stammende Taufgehänge, ist ebenfalls 1910 rekonstruiert worden und hängt seitdem neben der Patrontasloge.
Die Kanzel  von 1809 wurde 1910 neu bemalt und vielleicht auch etwas ergänzt.
Zur Zeit hängen drei Glocken im Turm, zwei stammen von 1918 und eine größere von 1884. Die ursprüngliche Glocke von Falkenrehde wurde 1423 gegossen und hat folgende Inschrift:
"HEINRICH ULEMYNK HAT MICH GEMACHT OH KÖNIG DER EHREN, KOMM MIT FRIEDEN"
Diese Glocke hat einen Sprung und steht in der Berliner Nikolaikirche.
Das heutige Erscheinungsbild der Kirche wird durch den ambitionierten neobarocken Ausbau Anfang des 20.Jh. geprägt.
Im Jahre 1992 wurden noch einmal größere Restaurationen durchgeführt.
gez. R.Driever